Ausblicke

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Im Schuljahr 2019/2020 bewegen wir uns in einem wichtigen Jahr. Am Ende des Schuljahres werden wir in jeder Jahrgangsstufe ab Klasse 7 täglich Schüler mit iPads unterrichten. Fast vier Jahre Erfahrungen liegen dann hinter uns. Was ist unser Fazit? Und wohin geht die Reise?

Im vierten Jahr haben wir unsere ersten Hörner abgestoßen, wie man so sagt. Unsicherheiten und Lücken bei der Perfektionierung des eigenen Unterrichtes verschwinden langsam. Wir als Pädagogen haben zahlreiche Vorteile nicht nur erkannt, sondern nutzen diese immer umfangreicher, damit unsere Schüler intensiver lernen können.

Intensiver lernen – Wie geht das?

Jede Lehrperson hatte ab diesem Schuljahr die Möglichkeit, eigenständig die Apps auf den Schülergeräten anzeigen zu lassen, die für die jeweilige Stunde benötigt wurden. Das Internet konnte bei Bedarf ausgeschaltet werden. Private Apps werden ohnehin schon längere Zeit in der Schule nicht mehr während der Unterrichtszeit auf dem Tablet angezeigt. Dadurch konnten wir zu großen Teilen ablenkungsfreien Unterricht durchsetzen. Das ist aber nur eine Grundvoraussetzung, ähnlich wie die, dass WLAN vorhanden ist. Lernen kann sich von nun ab auf die Aufgaben konzentrieren.

Eine zweite wichtige Voraussetzung für ein intensiveres Lernen sind die termingerechte Anfertigung von Hausaufgaben. In diesem Schuljahr wurden 59 digitale Hausaufgabenkalender von den Schülern aus sechs Klassen abonniert. Der unterrichtende Lehrer trägt die Aufgaben in seinen Kalender und die entsprechenden Schüler (und auch Eltern) haben sofortigen Zugriff darauf. In den meisten Fällen erfolgen Erinnerungen per Push-Nachricht vor dem Abgabetermin.

Das Wichtigste aber ist die Nutzung einer pädagogisch ausgereiften Lernumgebung. Die Bedingungen haben sich ab diesem Schuljahr stark verändert. Wir haben drei iPad-Klassen in denen alle Schüler ein privates gerät besitzen und wir haben drei Klassen mit Schülern ohne und mit Tablet. Eine System unabhängige Lernumgebung, die über den Browser und über Apps (Android und iOS) erreichbar ist wurde in die Unterrichtsgestaltung eingeführt. Nunmehr waren in vielen Unterrichtsstunden nicht nur die iPad-Schüler digital unterwegs. Die Nutzung von Computer- und Medienraum sowie unseres iPad-Koffers trug dazu bei, dass in diesen drei Klassen auch Schüler ohne eigenes Gerät die Aufgabenstellungen der Lernumgebung einsehen, bearbeiten und am Ende einreichen konnten. Zumindest konnten Hausaufgaben und Heftaufzeichnungen problemlos fotografiert und beim Lehrer digital eingereicht werden.

Durch die digitale Darstellung von Aufgabenstellungen ist man nicht mehr auf ein Blatt Papier begrenzt. Aufgabenstellungen können nun als Schritt-für-Schritt-Anleitung formuliert werden. Schüler können daher selbstständig die Aufgaben in guter Qualität erfüllen. Die Lehrperson muss nicht allen alles erläutern und kann somit beratend aktiv werden.

Eine besondere Fürsorge benötigen lernschwache Schüler. Manch einer versteht nicht alle Aufgabenstellungen. Andere wieder haben Schwierigkeiten Lösungen zu finden oder arbeiten einfach deutlich langsamer. Oder die Konzentration lässt schnell nach und man lenkt sich mit anderen Dingen ab. Differenziertes Lernen ist digital ohne großen Aufwand umsetzbar. Das bedeutet zum Beispiel, dass fremdsprachig aufgewachsene Schüler jetzt Aufgaben in einfach formulierten kurzen Sätzen personenbezogen erhalten können. Andererseits können lernstarke Schüler ebenso Aufgaben mit höheren Anforderungen personenbezogen bekommen. Schüler mit höherem Lerntempo lösen ohne Probleme schon mal die Aufgaben der nächsten Stunde.

Die Möglichkeiten in der Fachdidaktik und Unterrichtsmethodik neue Wege zu gehen sind damit natürlich nicht erschöpft. Der Einsatz fachbezogener Apps oder die verstärkte Nutzung digitaler Lernplattformen wird in den nächsten Jahren ebenso zunehmen, wie die intensivere Nutzung der Potenzen unserer digitalen Lernumgebung durch Lehrpersonen und Schüler gleichermaßen.

Dennoch bleibt die Vermittlung digitaler Kompetenzen nur eine der vier Kulturtechniken deren wir uns verschreiben. Lesen, Schreiben und Rechnen werden zunehmend durch Strukturieren, Recherchieren, Selbstständigkeit, Ehrgeiz, Termintreue und weitere Kompetenzen ergänzt.

Aktives Lernen wird immer mehr in den Schulalltag das aktive Lehren vergangener Tage verdrängen ohne dies vollständig zu ersetzen. Digitale Schüler-Endgeräte unterstützen diesen Prozess hervorragend. Jedenfalls an unserer Schule.