Drei Antworten

Liebe Eltern,

die Anmeldung des eigenen Kindes zur iPad-Klasse ist eine wichtige Entscheidung. Auf der einen Seite spricht sehr viel dafür, diesen Schritt zu gehen. Auf der anderen Seite steht die Geldausgabe von ca. 480 Euro inklusive Gerät, Versicherung, Schutzhülle, Schutzfolie, Dauerlizenz MDM und App-Guthaben. Da kommen einige Fragen auf. Ich greife einmal drei wesentliche heraus.

  1. Geht es nicht billiger?
    Billiger muss nicht besser sein. Wir müssen die Geräte – gegenwärtig fast 120 Stück – administrieren. Was heißt das? Die Geräte müssen aktuell gehalten werden. Neue Apps müssen installiert werden. Dazu benötigt man Hard- oder Softwarelösungen. Bei Android ist das mit erheblichen Kosten verbunden. Kosten, die der Schulträger nicht tragen wird, weil es in die Tausende Euro gehen würde. Für iOS ist dies kostenlos bzw. mit wenigen Euro pro Jahr möglich. Weiterhin besteht das Problem der Aktualisierung – die Geräte werden vier Jahre im Schulalltag benutzt. iOS garantiert für diesen Zeitraum und darüber hinaus eine ständig mögliche Aktualisierung. Die Problematik bei Android kennen Sie selbst. Zu guter Letzt gibt es immer die Gefahr der Viren und anderer Schädlinge. Bei iOS ist dieses kein Problem. Dies sind nur drei von gut 20 Gründen, warum sich unsere Schule für das System iOS entschieden hat. Fragen Sie gerne den Koordinator.
    Und vergessen Sie nicht eines: Ihre Kinder haben das Gerät täglich 24 Stunden lang. Kommunal beschaffte Geräte werden in der Mehrzahl nur stundenweise für Ihr Kind zur Verfügung stehen. Dadurch schmelzen die zahlreichen Vorteile, weil die Intensität ganz einfach nicht gegeben ist.
    .
  2. Welche Vorteile hat die Teilnahme?
    Ihr Kind ist deutlich motivierter. Es kann auf verschiedene Arten Aufgabenstellungen lösen. Die Kommunikation mit Mitschülern aber auch Lehrern ist deutlich entspannter. Abgabe-Fristen können eingehalten werden. Zum Beispiel erhalten alle Schüler ihre Aufträge zu Hausaufgaben über die App „Kalender“ inklusive einer Erinnerung am Tag vorher. Natürlich können dadurch die Eltern jederzeit nachschauen, welche Hausaufgaben in welchem Fach erteilt worden sind. Sachzusammenhänge können durch Lernvideos immer wieder betrachtet werden, sodass Lerninhalte verstanden werden. Der Umgang mit digitalen Medien ist deutlich ausgeprägter. Die Kommunikation zwischen den Mitschülern und den Lehrern ist deutlich verbessert. Durch die Geräte sind viel mehr Anwendungsfälle möglich als mit herkömmlichen PC, alleine schon weil es Schwerkraftsensor, GPS, Kompass, Kamera und Mikrofon vorhanden sind. Fotografieren, filmen, scannen, Ortsbestimmungen und weitere Funktionen sind somit möglich. Die Anschaulichkeit von Sachzusammenhängen kann durch Animationen deutlich verbessert werden. Viele Aufgaben werden nur im Team lösbar sein. Die Selbstständigkeit des Schülers, Aufgaben zu lösen, steigt. Und vergessen Sie nicht: Ihr Kind ist in Westmecklenburg eines der wenigen, die zu den Vorstellungsgesprächen um einen Ausbildungsplatz von sich sagen kann: Ich habe 4 Jahre Erfahrungen im Umgang mit iPads in der Schule gesammelt. Jeder Unternehmer oder Personalleiter wird sich darüber freuen, solch einen Bewerber zu haben.

    Unsere Erfahrung nach mehr als drei Jahren:
    Die Persönlichkeitseigenschaften der Schüler ändern sich grundsätzlich zum Positiven durch eine deutlich verbesserte Selbstständigkeit, Eigenverantwortung, Kommunikationsfähigkeit, Teamarbeit, Kreativität, Termintreue sowie Ordnungs- und Gestaltungssinn. Für die Lehrer besteht die Möglichkeit in allen Fächern mehr und mehr schülergesteuerten Unterricht umzusetzen. Und das ist auch unser Bestreben, schließlich sollte im Unterricht der Schüler im Zentrum stehen und nicht der Lehrer. Letzterer wird zunehmend Berater und Unterstützer. Nutznießer sind alle Schüler, insbesondere Schüler mit Lernproblemen.

  3. Welche Gefahren bestehen bei einer ständigen Nutzung von digitalen Unterrichtsmitteln?
    Die Spielsucht ist ein ernstes Problem. Keine Frage. Wie soll man mit solchen Schülern umgehen? Man kann natürlich auf Elternwunsch das Installieren von Apps verhindern. iOS bietet diese Möglichkeit. Trotzdem kann der Schüler online spielen, da genügend WebSeiten vorhanden sind, die auch bei aktiviertem Jugendschutz anwählbar sind. Damit ist klar: Es müssen individuelle Gespräche geführt werden. Es müssen unter Umständen Ordnungsmaßnahmen angedroht und umgesetzt werden.
    Solche und ähnliche Fälle gibt es. Die gibt es aber auch in Klassen ohne Tablet. Das sollte man sich auch immer vor Augen führen. Allein durch das Smartphone bestehen ausreichend Möglichkeiten. Oder man nimmt ein Blatt Papier und malt während des Unterrichtes darauf. Was kann der Lehrer unternehmen? Ermahnen reicht sicherlich nicht, denn dadurch ist aus Schülersicht nur Frust angesagt.

    Eine Antwort auf dieses spezielle Problem:
    Individualisierter Unterricht, auf den Schüler und sein Niveau zugeschnitten. Und das geht am einfachsten (und vielleicht ausschließlich) – mit mobilen Geräten, also z.B. dem iPad. Individualisiert bedeutet, dass der Lernende seinen Lernfortschritt selbst feststellen kann (z.B. durch errungene Punkte). Er kann aber auch vorher den Schwierigkeitsgrad einstellen, also z.B. mit „einfach“ beginnen. Ebenso kann der Lernende auch selbst bestimmen, welche Apps genutzt werden sollen, um Lernlücken zu schließen. Auf learningapps.org ist das z.B. ganz einfach. Hier gibt es Tausende kleine Lernprogramme, die Wissen vermitteln bzw. festigen. Ja, der Schüler kann sogar selbst kleine Lernprogramme entwickeln.

    FÜR WEITERE FRAGEN STEHT DER KOORDINATOR DER SCHULE GERNE ZUR VERFÜGUNG.